Kinder & Softdrinks
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25 August, 2021 durch
Kinder & Softdrinks
Michael Moschny
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Ein Überblick über das Konsumverhalten von zucker- und koffeinhaltigen Getränken (Softdrinks) von Kindern

SODA MAPS: A framework for understanding caffeinated sugary drink consumption among children. – Halberg et al. (2021)

Hintergrund

Der Konsum von stark gezuckerten Getränken (Softdrinks) bei Kindern trägt nachweislich zur frühen Entwicklung von Adipositas und von Stoffwechselerkrankungen bei. Diese Untersuchung widmete sich der Darstellung des Konsumverhaltens solcher Getränke und den damit verbundenen Rahmenbedingungen.

Material & Methoden

Bei der Untersuchung lieferten die teilnehmenden Kinder im Alter von 8-14 Jahren in Form eines Brainstorming 58 Gründe für den Konsum von Softdrinks. Jeder dieser Gründe wurde auf eine separate Karteikarte aufgedruckt, welche jedes Kind für sich alleine in selbstbenannte Kategorien unterteilen sollte, wofür die Karten auf Stapel verteilt werden sollten. In weiterer Folge wurden die Kinder ersucht, die einzelnen Gründe nach der für sie geltenden Wichtigkeit zu bewerten. Null stand für „völlig unwichtig“, fünf stand für „sehr wichtig“.

Ergebnisse

Die Gründe, die am besten bewertet wurden, waren „Sie schmecken gut“, „Sie haben einen guten Geschmack“, „Sie sind sü.“, „Sie sind gut“, „Ich liebe es sie zu trinken“, „Sie sind meine Lieblingsgetränke“ und „Sie sind toll für Partys“. Ebenfalls unter den sehr positiv bewerteten Gründen waren „Sie geben mir Energie“, „Sie haben viel Zucker“, „Ich brauche einen Energieschub“ und „Meine Energie ist niedrig“. Unter den zehn am schlechtesten bewerteten Gründen waren „Ich mag kein Wasser“, „Ich bin müde“, „Sie sind gesund“, „Sie halten mich schlank“ und „Sie machen mich schlau“.

Diskussion

Die Ergebnisse zeigen, dass primär der Geschmack für die Entscheidung von Kindern für den Konsum von Softdrinks verantwortlich ist. Als zweiter Aspekt scheint auch der Energieschub, der sowohl durch den Zucker- als auch Koffeingehalt ausgelöst wird, ein wichtiger Aspekt zu sein. Dass die Getränke der Gesundheit nicht zuträglich sind, scheint den Kindern durchaus bewusst zu sein und auch die Ablehnung von Wasser als Alternative scheint nicht zu den wichtigsten Kriterien zu zählen. Das rückt den Punkt der Verfügbarkeit in den Fokus, weshalb besonders im schulischen Umfeld das Angebot von zucker- und koffeinhaltigen Softdrinks stark eingeschränkt werden sollte. Das sollte laut den aktuellen Annahmen zu einem drastischen Rückgang des Konsums führen, da Kinder bei eingeschränkter Verfügbarkeit von Softdrinks durchaus auch Wasser trinken, um ihren Durst zu löschen.

Kinder & Softdrinks
Michael Moschny 25 August, 2021
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